Auszug aus dem Zeitungsartikel:

Der Glückstädter Spielmannszug übergibt als Dauerleihgabe an das Detlefsen-Museum Glückstadt...

Eine dreiköpfige Delegation des Musikzuges überreichte das im Eisenbahn-Ausbesserungswerk von Hand gefertigte Prunkstück als Dauerleihgabe ans Detlefsen-Museum.

*Der Schellenbaum ist wirklich schön“, freute sich Museumsleiterin Dr. Catharina Berents. *Ich hatte schon lange vor, etwas über das Vereinsleben in Glückstadt zu machen.“ Zunächst wird das mächtige, frisch polierte Schmuckstück aber nur von Zeit zu Zeit die Blicke auf sich ziehen können. Ziel sei jedoch, den Schellenbaum im richtigen Kontext in einer Dauerausstellung zu präsentieren“. Berents: *Dafür muss man viel recherchieren und tief ins Archiv einsteigen.“ Wann das Schmuckstück mit dem Adler auf der Spitze hergestellt wurde, weiß selbst der Vorsitzende der Spielleute, Arturo Mescia, nicht. Bevor der Spielmannszug den Schellenbaum im Jahr 1961 übernommen hat, gehörte er dem Gewerkschafts-Spielmannszug der Eisenbahn.

Der mehr als zwei Meter hohe, zweiflammige Schellenbaum wiegt etwa 35 Kilogramm. Viele Jahre lang hat der mittlerweile verstorbene Artur Gruben das Symbol bei den öffentlichen Auftritten getragen * im Gleichschritt mit den Musikern, bei Wind und Hitze echte Schwerstarbeit.

Als der Glückstädter das Ehrenamt als Schellenbaum-Träger aus gesundheitlichen Gründen abgeben musste, fanden die Spielleute trotz ihrer intensiven Suche auch übers Regionalfernsehen keinen Nachfolger. "Es gab nur vereinzelt Interessenten, die es mal versucht haben“, berichtet Volker Ciborski.

Die Entscheidung, den Schellenbaum und eine ausgemusterte Uniform ans Museum zu geben, ist dem Vorstand nicht schwer gefallen. "Er passt nicht mehr zu unserer Musik und zur Uniform“, so Nicole Schulze-Bastian. "Für die Jüngeren hat er Schützenvereins-Charakter.“ Arturo Mescia: "Ich finde es wirklich gut, dass wir ihn hier aufstellen können.“...



"Foto: Jens Neumann / Norddeutsche Rundschau"